Murphologische Grundlagen
Murphys Computergesetze
A. Murphyologische Grundlagen
Murphys Gesetz ist die Präzisierung und logische Weiterentwicklung der allgemeinen Entropielehre, nach der alle Teilchen des Universums bestrebt sind, sich in größtmöglicher Unordnung anzuordnen. Die Erkenntnis, dass dir besagte Teilchen auf dem Weg dorthin mindestens einmal auf die Zehen fallen, führt zu
Murphys Gesetz
Wenn etwas schief gehen kann, dann wird es auch schief gehen.
Mit der Erfindung des Computers versuchte der Mensch zum ersten Mal, unbelebter Materie eine gewisse Intelligenz einzuhauchen. Ein fataler Entschluss. Denn bis zum heutigen Tag sind Computer zwar weder intelligent noch kreativ. Aber Heimtücke, Hinterhältigkeit und Verschlagenheit sind bei Ihnen bereits optimal entwickelt. So kann jeder Hard- und Softwareentwickler, jeder Programmierer und jeder Anwender - kurz: jedes Computeropfer - Murphys Gesetz erweitern durch die
Erste digitale Ableitung
Murphys Gesetz wird durch Computer optimiert
Praxisbeweis der ersten digitalen Ableitung
Irren ist menschlich. aber für die richtig schlimmen Sachen braucht es Computer.
In den Zeiten fortschrittlicher Multitasking-Betriebssysteme, Online-Dienste und Intranets sind moderne Computer heute bereits in der Lage, mehr als eine Sache gleichzeitig zu machen (beispielsweise unter Datenverlust abzustürzen und gleichzeitig die einzig existierende Sicherheitskopie auf sämtlichen angeschlossenen Festplatten und Netzlaufwerken zu löschen). Daraus ergibt sich bekanntermassen die
Zweite digitale Ableitung
Alles geht auf einmal schief
Mit der Erfindung von Check-Summen, Korrektur- und Backup-Programmen sowie fehlertoleranten Systemen erschliesst sich dem staunenden, zum Objekt degradierten Menschen die Vielseitigkeit der elektronischen Datenverarbeitung durch di
Dritte digitale Ableitung
Es geht auch schief, wenn es eigentlich nicht schief gehen kann.
Doch mit dem unglaublichen Siegeszug der PCs war der Leidensweg von Anwendern, Programmierern, Entwicklern und anderen ähnlich armen Schweinen noch längst nicht zu einem Ende gekommen. Grafische Benutzeroberflächen und Webbrowser begannen sich weltweit über die Monitore auszubreiten wie Schimmel über feuchte Kellerwände und durchdrangen via Internet sämtliche Regionen dieses Planeten. Ausgerüstet mit Maus und Beruhigungspillen leidet die weltweite Computergemeinde nun auch noch unter der
Vierten digitalen Ableitung
(auch "Erste Ableitung der ersten digitalen Ableitung") von Murphys Gesetz
Das Gesetz, dass alles, was schief gehen kann, auch schief geht, wird durch den Computer optimiert, von grafischen Benutzeroberflächen zu ungeahnter Vollkommenheit ausgebaut und durch das Internet weltweit verbreitet.
Nicht zuletzt wegen der sich virulent ausbreitenden Netze (beziehungsweise wegen der sich durch dei Netze verbreiteten Viren, was letztlich dasselbe ist) hat der Computerbesitzer keine Chance, potenziellen Pannen, dräuenden Datenverlusten, nörgelnden Netzen, mosernden Mäusen, ignoranten Intranets und anstehenden Abstürzen zu entkommen. Schliesslich überall in der EDV-Welt das
Gesetz von der plattformübergreifenden Panne:
Der einzige Unterschied zwischen verschiedenen Computersystemen besteht darin, dass der Anwender unterschiedliche Dinge tun muss, um dieselben Pannen zu produzieren.
Es ist also egal, ob der Anwender die <Löschen>-Taste drücken oder ein Dateisymbol mit der Maus auf das Papierkorb- beziehungsweise auf das Shredder-Icon ziehen muss, wenn er eine garantiert nicht mehr benötigte Datei löschen will. Er wird in jedem Fall feststellen (und dies selbstverständlich zu spät), dass sein System stattdessen die einzige Kopie eines dringend benötigten Testes vernichtet hat. Jedoch gilt zur Beruhigung aller die
Erste Erweiterung des Gesetzes von der plattformübergreifenden Panne:
Wenn du bei verschiedenen Computersystemen dasselbe tust, wirst du unterschiedliche Pannen produzieren.
Zweite Erweiterung des Gesetzes von der plattformübergreifenden Panne:
Wenn du bei verschiedenen Computersystemen dasselbe tust, um einem anderen zu beweisen, dass unterschiedliche Pannen dabei herauskommen, wird alles so lange völlig normal und fehlerfrei funktionieren, so lange dieser anwesend ist.
Michaels Erweiterung:
... aber keine Sekunde länger.
Unterschiede bei den grafischen Benutzeroberflächen verschiedener Computersysteme bestehen demzufolge darin, dass kleine, leistungsschwache Computersysteme grosse, nichtbehebbare Fehler produzieren, leistungsstarke Computersysteme hingegen, grosse, nichtbehebbare Fehler produzieren. Tröstlich immerhin, dass zwischen den Benutzeroberflächen verschiedener Computersysteme noch weitere fundamentale Unterschiede bestehen:
Ausnahme von dem Gesetz der plattformübergreifenden Panne:
Fehlerbehandlungsroutinen verschiedener Computersysteme sind so unterschiedlich, dass du Erkenntnisse aus Erfahrungen, die du auf dem einen System gemacht hast, nicht auf das andere anwenden kannst.
Erste Erweiterung
Du wirst sie auch nicht auf das erste anwenden können.
Zweite Erweiterung
Eine untrügliche Fehlerbekämpfungsroutine auf dem einen Computersystem ist auf einem anderen System die einzige todsichere Methode, deine Daten endgültig und unwiederbringlich zu vernichten.
Dritte Erweiterung
Auf dem ersten auch.
Werten wir den reichhaltigen Erfahrungsschatz von Anwendern, Programmierern, Entwicklern und anderen armen Schweinen aus, können wir nun Murphys Gesetz und seine digitalen Ableitungen auf den elektronischen Alltag gesetzmässig anwenden:
Erste elektronische Anwendung von Murphys Gesetz
Bei Computern ist nichts undenkbar, geschweige denn unmöglich - ausser dem Wünschenswerten.
Zweite elektronische Anwendung von Murphys Gesetz
In der Welt der EDV enden Pannen nicht, sondern gehen ineinander über.
Rhetorische Frage zur dritten elektronische Anwendung von Murphys Gesetz
Wozu glaubst du, haben sich viele hundert Millionen Computeranwender zu einem gewaltigen Netz zusammengeschlossen?
Vierte elektronische Anwendung von Murphys Gesetz
Computerpannen warten geduldig auf den ungünstigsten Moment, um dann erbarmungslos zuzuschlagen.
Daniels Korrekturanmerkung zur dritten elektronischen Anwendung
Kann denn eine Panne zuschlagen?
Joachims Antwort auf Daniels Korrekturanwendung
Wart's nur ab.
Fünfte elektronische Anwendung von Murphys Gesetz
Man kann sich bei Computern auf nichts verlassen. Nicht einmal darauf, dass man sich auf nichts verlassen kann.
Sechste elektronische Anwendung von Murphys Gesetz
Du kannst niemals einer grossen Panne entgehen, indem du eine kleine produzierst
Im besten Fall wird sich die kleine Panne zur grossen hinzugesellen, um diese zu unterstützen
elektronische Anwendung von Murphys Gesetz
Niemand kann sich so viele Pannen vorstellen, wie im Inneren eines Computers passieren.
Gudruns Seufzer:
Du kannst dir aber sicher sein, dass du jede einzelne am eigenen Leibe verspüren wirst
Gudruns Folgerungen:
Wahrlich grosse Pannen verhalten sich wie wie Fernsehintendanten: Sie produzieren möglichst viele Wiederholungen.
Billige Pannen gibt es nicht.
War eine Panne doch einmal billig, dann hast du ihren wahren Umfang noch nicht erkannt.
Je mehr bunte Dinge auf dem Bildschirm zu sehen sind, umso mehr Chancen hat eine Panne, sich zu verstecken. Daraus folgt die
Erste interaktive Anwendung von Murphys Gesetz:
Hinter jedem geöffneten Fenster deiner Benutzeroberfläche wartet eine Computerpanne auf den ungünstigsten Moment, um erbarmungslos zuzuschlagen.
Bei genauerer Betrachtung kann die erste interaktive Anwendung von Murphys Gesetz problemlos erweitert werden durch die
Zweite interaktive Anwendung von Murphys Gesetz:
Auch hinter jedem geschlossenen Fenster deiner Benutzeroberfläche wartet eine Computerpanne auf den ungünstigsten Moment, um dann erbarmungslos zuzuschlagen, sowie die
Erweiterung der zweiten interaktiven Anwendung von Murphys Gesetz:
Diese Gesetz gilt selbstverständlich auch für Webseiten, Pop-Up, Pull-down- und andere Menüs, sowie für alles, was sonst auf dem Bildschirm zu sehen oder nicht zu sehen ist.
Da Computer, Netze und elektronische Datenverarbeitung zumindest ursprünglich etwas mit Mathematik zu tun hatten, ist diese allgemeine Einführung in die Computer-Murphyologie nicht vollständig ohne die mathematische Begründung von Murphys Gesetz. Der Leser sollte jedoch berücksichtigen, dass Mathematik und binäre sowie menschliche Logik einerseits und EDV-Anlagen andererseits nichts, aber auch gar nicht miteinander zu tun haben. Selbstverständlich mit der Ausnahme, dass man diesen Satz zu beweisen sucht:
Mathematische Begründung von Murphys Gesetz
In der EDV gilt unverrückbar der Satz 1+1=2
Dabei gilt es aber zu berücksichtigen, dass "=" als Symbol mit der Bedeutung "selten, wenn überhaupt" zu interpretieren ist
Abweichungstheorem
Der Unterschied zwischen digitaler Logik und Murphys Gesetz besteht darin, dass man nach der digitalen Logik eigentlich davon ausgehen müsste, dass alles immer nach der gleichen Methode schief geht.
Binäre Übersetzung des Abweichungstheorems:
Wenn Null besonders gross ist, ist es beinahe so gross wie eine bisschen Eins
Christians Verallgemeinerung
Freue dich, wenn es dir gut geht. Der Zustand wird vorbeigehen
Regel über die Pflicht zur Schweigsamkeit in der Nähe von Computern
Sobald du über etwas Positives sprichst, wird es verschwinden
Sobald du über etwas Schlimmes sprichst, wird es eintreten